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GEDANKENKINO: DO'S AND DON'TS

  • 20. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 30. Apr.

Träumen Sie vom Ferienhaus, Familienglück, Karrieresprung oder Marathon? Gut so, lassen Sie sich von Walt Disneys Worten inspirieren: «Wenn du es träumen kannst, kannst du es auch tun». Mit seinem Credo vor Augen, könnten Sie zum Mittel der Visualisierung greifen.


Schliessen Sie dazu Ihre Augen und versetzen Sie sich geistig in den Zielzustand. Falls Sie Ihren Traum vom Marathon verwirklichen möchten, stellen Sie sich detailgetreu vor, wie Sie triumphierend die Zielllinie überqueren. Wie Sie auf die Uhr blicken und freudig feststellen, dass Sie die angestrebte 4h-Marke unterboten haben. Wie Ihnen Ihr Freundeskreis im Zielraum zujubelt. Wiederholen Sie diese Übung mehrmals wöchentlich über einen Zeitraum von einigen Monaten – und Sie werden kläglich scheitern! Ja, Sie haben richtig gelesen. Der berühmt berüchtigte Mann mit dem Hammer wird Sie bei Kilometer 32 zur Strecke bringen. Oder schlimmer noch, zum Zeitpunkt des Startschusses, haben Sie Ihre Laufschuhe längst an den Nagel gehängt.


Zu dieser Vermutung gelangt, wer die Forschungsarbeiten von Gabriele Oettingen studiert. Die Psychologieprofessorin fand heraus, dass positive Zukunftsfantasien für die tatsächliche Zielerreichung hinderlich sein können. Sie argumentiert, dass die mentale Vorstellung dazu führt, dass wir uns schon angekommen wähnen. In der Folge sinkt der Blutdruck, wir entspannen uns und zeigen weniger Energie und Motivation, wirklich an unseren Zielen zu arbeiten.


Vielleicht schauen Sie jetzt etwas ungläubig. Generationen von Selbsthilferatgebern haben uns das positive Denken eingetrichtert und nun sollen wir davon ablassen? Nein, findet Oettingen. Aber wir sollten das positive Denken umdenken. Wir sollten unsere Zukunftsfantasien einem Realitäts-Check unterwerfen. Wie das geht, dokumentiert eine Studie der Universität Los Angeles. Im Rahmen der Prüfungsvorbereitungen wurden Studierende gebeten, tägliche Visualisierungsübungen durchzuführen. Dabei praktizierte eine Gruppe eine Zielvisualisierung. Die Studierenden malten sich aus, wie sie vor dem Notenaushang standen und dort neben ihrem Namen die Bestnote stand. Die andere Gruppe unterzog sich einer Prozessvisualisierung. Die Teilnehmenden stellten sich vor, wie und wo sie den Lernprozess gestalteten. Sie sahen sich, wie sie sich ins Zimmer zurückzogen, den ablenkenden Fernseher ausschalteten oder eine Einladung ausschlugen, um zu lernen. Ergebnis: Studierende, welche den Lernprozess visualisierten, fingen früher mit dem Lernen an, investierten mehr Zeit in die Prüfungsvorbereitung und erzielten an den Prüfungen bessere Ergebnisse.


Visualisieren Sie also nicht das Ziel, sondern den Weg zum Ziel. Antizipieren Sie dabei die Hindernisse. Stellen Sie sich gedanklich den wiederkehrenden SOS-Fragen («Soll-ich-oder-soll-ich-nicht?»). Bezogen auf das einleitende Marathon-Beispiel: Soll ich mir jetzt die Laufschuhe schnüren oder es mir doch eher auf der Couch gemütlich machen? Integrieren Sie die Prozessvisualisierung am besten in Ihre morgendliche Routine. Kombinieren Sie die Übung beispielsweise mit Ihrem Morgenkaffee. Schliessen Sie die Augen und stellen Sie sich zuerst die verlockende Couch vor (Bild A). Stellen Sie sich anschliessend vor, wie Sie sich von der Couch abwenden und ihre Laufschuhe schnüren (Bild B). Machen Sie dann einen Schnitt. Öffnen Sie die Augen und trinken Sie einen Schluck. Schliessen Sie die Augen wieder und wiederholen Sie den Ablauf. Mit fortschreitendem Prozess merken Sie, wie der Link zwischen den Bildern gefestigt wird. Bild A wird zum Trigger und löst bei Ihnen Bild B aus. Im Gedanken wie auch in der Realität!

 
 
 

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